Ein Rentnerjahr

  Zur Weihnachtsfeier am 05.  Dezember 2013 beim Gutmann
von Peter Gehlert:

Ein Rentnerjahr

Neili‘ wor i‘ am Weg zum Wanner,
Dou kummt vo’ meine Nachbarn anner,
Der sagt: wou gäihst nou Du heit hie?
No zu die Rentner vo der N-ERGIE.
Also fröiher war‘s as FÜW,
Und dou is eigntli’ immer schee.
Alle 4 Woch’n, Donnerstag,
Dou trifft si‘ unser Renterschlag.
Beim Wanner sag’n die ältern Leit,
Gutmann haßt des Wirtshaus heit.

Dou sagt der Nachbar: Löibe Zeit,
dou hock’n  ja blouß alte Leit
döi schwärmer blouß wöi‘s fröiher war
dass alles besser, ganz klar,
ob Pressack, Weckli odder Eier,
besser war‘s und net su teuer.

Iech sog zum Nachbarn: spitz die Ohren:
Natürlich‘ sin‘ mir scho‘ Senioren,
Aber desweg‘n sin‘ mir net senil,
Mir sin‘ vielseitig, sportlich und agil!
Wenn mir uns treffen hält der Manfred
Unser Vorstand erscht a schöine Red.
Dou sagt er die Geburtstag an,
Und wer g‘storb’n is kummt auch dran.
Dann sagt er uns was sunst nu war,
Und macht a Vorschau, des is‘ klar.

Dann denner mir uns unterhalt’n,
Doch mir hör’n halt nemmer gout, mir Alt’n,
Und a jeder erzählt was fröiher war,
Die Jugend war besser und die Gelbwurst sugar,
Red’n alle kreuz und quer,
Ich versteh dou niemand mehr.
Um fünfer rum, dou is‘ dann Schluß,
Wennst hamgäihst hast an Tinnitus.

Dou sagt mei Nachbar ziemlich trocken:
Ihr tät ja blouß im Wirtshaus hocken.
Ich bleib bei meiner Frau daheim,
ich hobb mer denkt Du armes … Kerl
Dann soog i‘: Nachber etz horch zou,
lech erzähl dir etz in aller Rouh,
was mir as Jahr über su mach’n,
und des sin‘ viele tolle Sachen:

Wir lieb‘n Kunst, und die Kultur,
Gern gemmer auch in die Natur,
Auch unser Heimat lieb’n mer sehr
Dou fahr’mer viel rum – kreuz und quer.
Und ins Museum gemmer gerne,
Ins Germanische und ins Moderne,
und hint‘nouch gäiht’s ins Wirtshaus nei,
Wall Kunst macht Durst, des mou dann sei.
Mir fahr‘ mi’m Floß in Lichtenfels.
In Buttenheim schmeckt dann a Hell’s.
Im Winter wandern mir bei Schnee,
Und Im Aischgrund radfahrn is‘ aa schee!
Sehr gern fahr’n mir aa an Main,
Ipsheim, Volkach, Zeil und Seinsheim,
manche soog’n s’wär wegern Wein,
aber auch in Titting kehr mer ein,
und des Gutmann-Weiz’n war dort fein.

In Winterschneidbach war’s aa schee
Beim 100sten vom FÜW
Alles hat passt, bis halt auf‘s Ess’n
Die Schäufela döi konnst vergess’n.

Mir schauer Märzenbecher oo,
Lauf’n die Steinerne Rinne roo.
Mi’m Bayernticket fahr’mer in d’Berg.
Im Zug is dou zwar oft a G’werch,
Doch auf der Alm am Spitzingsee,
War’n Aussicht und Kaiserschmarr’n OK,
ab’nd fahr’mer ham, der Tag war schöi
und is‘ Platz im Zug nou moußt net stöih!

Auf Weihnachtsmärkt fahr’n mir jed’s Jahr
Mir war’n in Rothenburg sugar,
In Reg‘nsburg war’mer und in Forchheim,
Die Fürstin war leider nicht daheim.
Auch am am Rochusfriedhof war‘n mir schon,
und in Selb im Porzellanikon.
Und ob’st des glaubst oder auch nicht,
Mir war’n sugar scho am Gericht.

Dou hat mei Nachber scho a weng g’schaut:
Des hätt ich Eich ja nie zoutraut.
Drauf sog ich: etz kummt as Highlight,
In der schöin‘ Vorweihnachtszeit.

Wall der Höhepunkt im Rentnerjahr,
Is‘ unser Weihnachtsfeier, klar.
Die Planung gäiht im Februar oo,
Die Vorstand plagt si‘ dou fei scho‘,
Braucht  Musik, Sänger, Nikolaus,
Und sucht as Mittagess’n aus.

Dann is‘ ‚ der Tag dou, su wöi heit,
Und Iech siech lauter schöine Leit.
Honorige Ehrengäst‘ sin g‘lod’n.
Die Madli trag’n die neist‘n Mod’n.
Z‘erscht wird g’ess’n a la carte,
Dann wird auf’n Kaffee g’wart.
Nach dem Prolog begrüßt uns Manfred,
Die Weihnachsstimmung wird konkret.
Der Saal is‘ festlich dekoriert,
Weihnachtsmusik wird intoniert,
Der Werner Halupp der haut nei,
sei Band is‘ aa kräftig derbei,
der Bariton und der Sopran,
stimmen Friede auf Erden an
und der Bass der singt still, still,
weil’s  Kindlein schlafen will.

Dann gibt’s a paar Gschichtla zum Advent
Und Hans und Rudi unser Hausband
Spiel‘n aff der Quetsch’n und der Geig’n,
und stimmer uns auf’s kommende ein.

Wall dann wird’s feierlich im Haus,
denn es kummt der Nikolaus,
der Bischof von Myra im Ornat,
mit Mitra, Ring und Bischofsstab.
Selbst sei Bart schaut aus wöi echt,
Der Maskenbildner is‘ net schlecht.
Er hält dann a schöine Weihnachtsred‘,
und bevor er wieder heimwärts geht
verteilt er ein paar gute Gaben,
um Leib und Seele wohl zu laben.
Dann gäiht der Nikolaus widder ham,
und mir hock’n nu a wenig zam.

Und su löiber Nachber läfft, döi War,
su is bei uns a Rentnerjahr.

Und etz wünsch i‘ Dir und alle Leit,
A friedvolle schöne Weihnachtszeit!

Und viel’n Dank an alle döi was mach’n,
sonst gebert’s net su viel schöine Sach’n!

Frohe Weihnachten!


Ein Gedanke zu “Ein Rentnerjahr

  1. Was könnte unsere Aktivitäten besser beschreiben als dieses Gedicht!! Natürlich sind hier auch die vielen Personen nicht zu vergessen, welche die Planung und Durchführung der Reisen bearbeiten.

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